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Gartenbauverein Oidtweiler e. V. |
Bunte Blüten zum Weihnachtsfest
Sendung des WDR 5 - Neugier genügt - vom 28. November 2001
Geboren wurde sie in Izmit, einer türkischen Stadt nördlich von Istanbul. Heilig gesprochen wurde Barbara, weil sie in Zeiten der Christenverfolgung engagiert ihren Glauben gelebt und für ihn gestorben ist. Alljährlich am vierten Dezember wird ihr Namenstag gefeiert. Verbunden ist damit ein uralter Brauch, der bis zu ihrem Tod zurückreicht.
Barbara wurde am vierten Dezember 306 für ihren Glauben umgebracht. Auf ihr Grab pflanzte man Sträucher und Blumen, die noch im selben Jahr zu Weihnachten erblüht sind. Aus diesem Grunde wird die Tradition der Barbarazweige bis heute gepflegt.
Alle Jahre wieder sind Pflanzenfreunde Anfang Dezember mit der Gartenschere unterwegs, um sich ihr blühendes Wunder für die Weihnachtstage zu schneiden. Unzähligen Bäumen und Sträuchern, die bereits Knospen für die nächste Gartensaison angelegt haben, geht es nach altem Brauch an Äste und Triebe.
Man sollte Zweige nehmen, die im Frühjahr sehr zeitig blühen, beispielsweise die Zaubernuss (Hamamelis japonica), die ja schon im Januar erste hellgelbe bis honiggelbe, kleine Blüten zeigt. Auch andere Pflanzen blühen sehr zeitig - der Winterjasmin (Jasminum nudiflorum) mit seinen gelben Blüten oder die verschiedenen Zierkirscharten mit ihren pinkfarbenen Blüten."
Daneben sind Scheinquitte und Kornellkirsche , aber auch der Wintersschneeball gute Barbarasträucher. Nur, wie macht man den Zweigen klar, dass sie schon zu Weihnachten und nicht erst im Frühjahr ihre Blüten zeigen sollen? Auf den richtigen Schnittzeitpunkt kommt es an und auf die optimale Erstversorgung der Äste im warmen Wohnzimmer.
Die Pflanzen sollten draußen im Freiland, bevor man sie geschnitten hat, schon einige Tage Temperaturen unter fünf Grad plus gehabt haben. Das reizt sie, die Blüten aufzubrechen, sobald es wärmer wird. Man schneidet sie ganz normal ab und setzt sie erst einmal in warmes Wasser. Dann bekommen sie warme Füße und das Gefühl, die Temperaturen steigen, es wird Frühjahr, wir dürfen blühen. Sie sollten relativ breit angeschnitten werden - der Ast kann unten ruhig ein bisschen aufgeschlitzt werden - damit sie die Möglichkeit haben, über eine große Fläche Wasser aufzunehmen. Dann stellt man sie ins warme Wohnzimmer - allerdings nicht direkt vor die Heizung, das wäre ihnen zu warm. Ganz wichtig ist es, für Luftfeuchtigkeit zu sorgen, denn es kann passieren, dass die Knospen eintrocknen, wenn sie nicht genug Feuchtigkeit bekommen. Am besten sprüht man die Äste ab und zu mit Wasser aus einer Sprühflasche ein.
Jetzt heißt es nur noch warten und hoffen, dass es mit den leuchtenden Blüten zum Fest auch wirklich klappt. Glück soll es bringen, wenn die Knospen pünktlich aufgehen - so verspricht es der alte Brauch. Ein paar Wochen hat man Spaß an den frischen Blüten zur Weihnachtszeit.
In der Regel kommen nicht alle Blüten auf einmal, sondern sie blühen nach und nach auf. So hat man länger was davon. In der Natur machen die Pflanzen das im Frühjahr, weil es ja noch einmal schlechtes Wetter geben könnte. Es könnte beispielsweise noch einmal kalt werden. Damit dann nicht alle Blüten verloren sind, blühen sie langsam hintereinander auf - ebenso, wie man das draußen in der Natur beobachten kann.
Nicht vergessen sollten die Freunde der blühenden Zweige, das zimmerwarme Wasser in der Vase regelmäßig zu wechseln. Sonst kann es schnell zu Fäulnis kommen. Ansonsten brauchen die Triebe in feuchtwarmer Umgebung keine besondere Pflege. Nur rechtzeitig geschnitten sollten sie sein, damit sie pünktlich zum Fest erblühen - am besten am Tag, an dem die Heilige Barbeara ihren Namenstag feiert.
Man kann im Prinzip den ganzen Dezember über die diversen Zweige abschneiden. Aber es kann dann natürlich sein, dass es dann mit dem Blühen nicht zum Weihnachsfest klappt. Also Nikolaus geht noch, aber wenn man erst den zehnten oder fünfzehnten wählt, ist es natürlich zu spät. Dann hat man die Blüten erst nach dem Fest.
AutorIn: Claudia Dornbusch / Gereon Reymann
entnommen aus "http://www.wdr5.de/service/service_umwelt/244726.phtml" - Stand 4.11.2005